Freiheit oder soziologische Determiniertheit

Es ist wie immer, das Pfeifen im dunklen Walde eines Realisten, der die  Wahlumfragen kennt und selbstverständlich alle Argumente, warum die Piratenpartei  keine Chancen hat. Dennoch gibt es diesen Moment, wo der Traum des  Idealisten da ist. Ich täte es mir wohl nicht an zu kandidieren, wenn nicht die  Möglichkeit bestünde. Selbstverständlich weiss ich über die ganzen  soziologischen Dynamiken und weiß, dass der Hype ausgeblieben ist.  Selbstverständlich weiß ich, dass es unwahrscheinlich ist.  Selbstverständlich kenne ich die Hochrechnungen. Und selbstverständlich  kenne ich die Konkurrenz. Selbstverständlich weiß ich, dass wir keine Presse haben.  Selbstverständlich kenne ich alle diese Fakten. Und selbstverständlich  weiß ich auch, dass der Wähler nur zu einem klitzekleinen Teil die  Piraten in Erwägung zieht. Ich bin nicht blöd. Dennoch gibt es da diesen klitzeklitzekleinen theoretischen Moment in  der Wahlkabine bei dem der Wähler die vollkommene Macht hat. Niemand  schreibt ihm vor, wo er sein Kreuz zu setzen hat. Und sei es nur, dass  er spontan sich für die Piraten entscheidet. Niemand verbietet ihm oder ihr die Piratenpartei zu wählen und niemand sagt ihm oder ihr in dem Moment dass es verboten wäre die Piraten zu wählen. Und wenn in diesem Moment nur genügend Menschen es für ein gute Idee halten die Piraten zu wählen dann ist in diesem Moment alle Prognosen, Hochrechnungen und Vorhersagen  für die Katz. Das ist die freie geheime Wahl, die trotz aller  soziologischen Effekte einem jedem Bürger möglich ist.Die Wahlkabine wird somit zu einem Ort der Freiheit. Dennoch wie ich ja oben schon schrieb, bin ich Realist genug um zu wissen, dass diese Freiheit nicht existiert. Die alte philosophische Frage, wie frei der Mensch wirklich ist taucht also für mich bei jeder Wahl konkret immer wieder auf. Mein Verstand sagt mir, dass diese Freiheit theoretisch existiert. In der Praxis existiert sie dann nicht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon jahrelang in der Politik tätig bin. Meine erste Kandidatur war mit 18 Jahren, damals kandidierte ich für die FDP. Die Erfahrung nicht gewählt zu werden, habe ich schon ziemlich lange. Ein Wahlkampf besteht immer darin seine Position hervorzuheben. Bei allem Zuspruch, den ich in den diversen Wahlkämpfen durchaus erfahren hatte, hat sich das nie in Stimmen niedergeschlagen. Es gab dann nach dem Abhalten der Wahlen schon mal ein Stich in das Herz, wenn du angeschieben wirst mit „Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter…“ und du gerade eben erst von der fünf Prozent Hürde meilenweit entfernt warst. In diesen Momenten stehe ich kopfschüttelnd vor der Welt. 2013 hatte ich einen Wahlkampf mit einem Speeddating, bei dem ich regelrecht über die Kompetenz und die Informiertheit besser gesagt Uninformiertheit des CSU-Kandidaten erschrocken war. Mir standen bei manchen seiner Aussagen die Haare zu Berge. Es hat natürlich nichts daran geändert, dass er gewählt wurde und ich nicht. In solchen Momenten frage ich mich, ob so etwas wie Freiheit überhaupt existiert. Sind die emotionalen und soziologischen Effekte nicht weit weit stärker. Eine Dokumentation über indische Tempelaffen, welche vollversorgt sind, liess mich häufig darüber nachdenken, ob die Menschheit in ihrem soziologischen Verhalten doch mehr Affe als Mensch ist. Die Rationalität und Vernunft wie auch die Zivilisation nur eine dünn aufgesetzte Schicht ist, die im Großen und Ganzen keine Rolle spielt. Eine menschliche Freiheit nur bei sehr wenigen menschlichen Individuen existiert und der Großteil der Menschen in einer biologischen Determiniertheit gefangen ist. In diesen gesellschaftlichen Dynamiken besteht dann am Tag der Wahl keine Freiheit. Die Entscheidung wird nach gruppendynamischen äffischen Konzepten getroffen. Die Mehrheit der Gruppe und der soziologische Zusammenhalt ist wichtiger als die tatsächlichen rationalen Fakten. Es käme einem Wunder gleich, wenn am Tag der Wahl der Wähler einfach die Piratenpartei wählen würde, weil das Programm der Partei gefällt. Die Kriterien sind letztlich vollkommen andere, die nichts mit dem Angebot zu tun haben. Sind wir frei? Sind wir wirklich frei denkende Menschen oder sind wir nicht eher Affen, die den Silberrücken über alles schätzen und uns um den jeweiligen Silberrücken gruppieren? Tatsächlich ist vieles für unser Überleben heute an diese Frage geknüpft, denn die rationale Wissenschaft hat uns schon längst gesagt, was wir tun müssten. Der Großteil hat daran aber gar kein Interesse. Die Rationalität des menschlichen Handelns ist letztlich ein Märchen. Auch die Freiheit scheint eine reine Illusion zu sein. In Wirklichkeit ist die Mehrheit in einem Determinismus gefangen und kann sich gar nicht frei entscheiden.

Zero Emission Vehicle

Wieso wird in der Zulassungsverordnung nicht einfach die Neuzulassung von Fahrzeugen mit Fossilverbrennungsmotor beziehungsweise mit klimaschädlichen Emision verboten? Alle, die jetzt noch ein fossilbetriebenes Fahrzeug fahren und die jetzt auf den Straßen sind, werden dadurch nicht beeinträchtigt. Jedoch jede Neuzulassung mit klimaschädlichen Emissionen heute wird noch mindestes 10 bis 20 Jahre fahren also bis  2031 oder 2041 manche gar bis 2051. Tatsächlich bestehen schon seit über 40 Jahren Techniken klimaschädlichfrei zu fahren. Die ersten Wasserstoffprototypen fuhren schon 1974 als Versuchsfahrzeuge. Elektrofahrzeuge sind fast so alt wie das Automobil selbst.

Nehmen wir mal an, am 1.1.2022 träte eine Zulassungsverordnung in  Kraft, die Fahrzeugen mit den Treibstoffen Diesel, Benzin usf. keine  Strassenzulassung mehr erteilt. Dann würde sicherlich alles was auf  Halde bis zum 31.12.2021 produziert worden ist, von den Herstellern eine Tageszulassung erhalten, aber es käme quasi einem Produktionsstopp  von Fossilverbrennern gleich. Oder es geht nur noch in den Export, aber  könnte in Deutschland nicht mehr neu zugelassen werden.

Einen solchen Ausstieg aus Fahrzeugen, die mit Emissionen das Klima belasten hätte man auch schon vor 10 Jahren machen können. Denn es ist wie gesagt keine Frage der Technik.

Vielleicht könnte man in der Zulassungsverordnung noch einen  Ausnahmeklausel machen, dass Fahrzeuge die bis zum 31.12.2021 bestellt  worden sind vom Hersteller mit einer Ausnahmegenehmigung zugelassen  werden könnten, wenn nachweislich zur Vertragserfüllung eines  Kaufvertrages vor dem 31.12.2021 mit Bezahlung des vollen Kaufpreises, der Kaufvertrag  sonst nicht erfüllt werden könnte. Das aber unter strengen Kontrollen  und Auflagen, nicht dass dann Kaufverträge rückdatiert werden.

Das vielen Märchen, dass Elekromobile schlimmer wären als jeder Diesel ist ein Marketingmärchen und  wissenschaftlich längst wiederlegt und unhaltbar. Glücklicherweise hat bei VW der Vorstand  gewechselt und Marketingmaschinerie verbreitet dort das Märchen nicht  mehr. Aber es hat sich wohl in den Köpfen festgesetzt. Mir ist es übrigens technologisch vollkommen egal, mit was ein Zero Emission Vehicle fährt, solange es keine klimaschädlichen Emissionen verursacht.Dem Staat sollte das auch egal sein. Wie der Markt das Problem löst, ist nicht Aufgabe des Staates. Der Staat gibt hier nur die Regeln vor. Jeder Diesel und jeder Benziner verbrennt nun mal Fossiles und das ist das Problem mit  allen Umweltschäden die daraus resultieren. Wir müssen aufhören das  fossile Zeug zu verbrennen. Alles was jetzt noch auf den Strassen ist,  tut das noch je nach Haltbarkeit zwischen 10 bis 40 Jahre. Sowas darf jetzt und zwar jetzt sofort nicht mehr NEU – als als  Neuproduktion auf die Strassen kommen.

Altzulassungen sind davon nicht berührt. Es ginge bei einer solchen Verordnung zunächst nur um Neuzulassungen, die mindestens 10 Jahre  dannach noch CO2 aus fossil in die Luft blasen. Es wird immer damit argumentiert, aber die Armen, die sich nur einen  Gebrauchten leisten können, die können sich immer noch einen gebrauchten Fossilen kaufen, das mag schon sein, aber dieser Markt wird gar nicht gestört. Die Betriebserlaubnis erlischt ja nicht rückwirkend. Es geht um die Zukunft.  Neufahrzeuge mit klimaschädlichen Emissionen dürften nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Gibt es keine Neufahrzeuge mehr,  die klimaschädliche Emissionen verursachen, dann verbessert sich die Welt. Das wird dann auch dazu führen, dass auch der Gebrauchtwagenmarkt bei  Nichtfossilen wächst. Es gibt Leute die kaufen sich alle vier Jahre  einen Neuwagen und verkaufen den Alten. Die bringen dann nichtfossile  Gebrauchte auf den Markt. Heisst, wenn wir die Neuzulassung von fossilen Kraftfahrzeugen ab dem  1.1.2022 stoppen, dass in vier Jahren also ab 2026 rum auch der  Gebrauchtwagenmarkt bei Nichtfossilen wächst, für die Leute die sich  keinen Neuwagen leisten können. Es muss auch nicht das Aus des Verbrennungsmotor als solchen bedeuten, ob sich der reine Wasserstoffmotor durchsetzen wird, ist aber aufgrund seiner mangelnden Wirtschaftlichkeit fraglich. Nur der Staat braucht, das nicht zu entscheiden. Es genügt Zero Emission Vehicle ZEV vorzuschreiben. Wie der Markt das Problem löst und was dieser bevorzugt, entscheiden  dann Hersteller und Käufer.

Kein Hack – cduconnect

Das  Strafverfahren gegen Lilith Wittmann in der Sache “CDU Connect” wurde durch die  Staatsanwaltschaft eingestellt. Sie vertritt die Auffassung, dass die  Daten der CDU überhaupt nicht technisch geschützt waren. Schreibt sie  auf  https://lilithwittmann.medium.com/die-staatsanwaltschaft-sagt-ich-habe-die-cdu-nicht-gehackt-86c1ebf83f63Ich die CDU  also nicht im Sinne des Hackerparagrafen “gehackt” habe. Die  Ermittlungsakte gibt tiefe Einblicke — vor allem in die Digitalkompetenz  der CDU.“

Die CDU zeigte Lilith Wittmann an, nachdem sie eine Sicherheitslücke in der CDU-Connect ab fand, nach §202 a/b/c StGB, auch bekannt als “Hackerparagraf” an.Wie aus ihrer Webseite zu ersehen erstellte die CDU wohl mehrere Anzeigen in dem Zusammenhang. Aus der Korrespondenz wird auch ersichtlich, dass es sich offensichtlich nicht um einen Hack handelt, weil die CDU keine Sicherheitsmassnahmen ergriffen hat und die Daten freizugänglich im Netz standen. Die Verwendung eines Kommandozeilenbrowsers wie Curl ist demzufolgen keine Straftat nach §202 a/b/c StGB.

Die Sicherheitslücke, die Lilith Wittmann aufgedeckt hatte, bestand ebenso in den Apps der ÖVP und der CSU. Die Sicherheitsforscherin ist ordnungsgemäss vorgegangen und hatte sie dem BSI gemeldet. Ebenso ist es in den Fällen üblich auch die Betroffenen zu informieren. Das hatte sie auch gemacht bevor sie damit an die Öffentlichkeit gegangen ist.Zunächst soll die CDU so reagiert haben, dass die Partei sich das Schweigen erkaufen wollte und in einem Gespräch wohl geäussert haben soll, dass die CDU sonst die Sicherheitsforscherin anzeigen wolle. Nachdem Lilith Wittmann darauf wohl nicht einging, hatte die CDU das dann wohl getan.

Einen Strafanzeige kann dann aber nicht zurückgezogen werden. Nachdem der Fall öffentlich wurde und durch die Medien ging, verkündete die CDU die Strafanzeige zurückgezogen zu haben. Die Rechtsanwaltskosten, die aber durch das Verfahren dennoch entstehen, übernahm die CDU nicht. Den Ermittlungen zufolge war die Programmierschnittstelle überhaupt nicht technisch geschützt.  Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin das Verfahren eingestellt.

 

 

 

Pest und Cholera

Warum wählen die Deutschen eigentlich Pest und Cholera? Ich gestehe die Frage ist zu provokativ. Der Wahlkampf 2017 mutet aber an wie die Entscheidung des Trumpisten aus dem  Rheinland oder den Trumpisten aus Hamburg der in Potsdam kandidiert.Laschet und Scholz – beide haben soviel Dreck am Stecken, dass ich wirklich nicht verstehen kann, wie man die beiden ernsthaft als Kanzler in Erwägung  zieht. Merkel war gegen die beiden ein unschuldiges Mauerblümchen bevor sie Kanzlerin wurde. Scholz und Laschet haben bereits bewiesen, dass sie es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Wieso kommen die beiden für 50 Prozent der Wähler überhaupt in Frage? Sollte ein Kanzler nicht ein bisschen integer sein?  

Gehen wir die Kanzler dieser Republik mal durch noch nie waren Kanzlerkandidaten so daneben wie Scholz und Laschet – wirklich noch nie. Der Alte ist der der erste Kanzler  dieser Republik. Adenauer er war insofern integer, dass er ein  wenig den Nazis widerstanden hat und er war auch ein wenig ehrbar. Die kölnische Frohnatur war sicherlich rechts, aber sie war eben kein Nazi. Sein Nachfolger war ein klein bisschen Nazi, aber er war sozusagen entnazifiziert und geläutert. Als eine Art Zwischenkanzler der ersten großen Koalition hatte er allerdings am Grundgesetz rumgepfuscht. Aber im Verhältnis zu Scholz und Laschet war Kurt Georg Kiesinger ein ehrbarer Bürger. Dann kam Willy Brandt – der nicht so hiess, aber letztlich auch  mit seinen Frauengeschichten, sowas wie unser Kennedy war. Kein Heiliger  aber doch ein Aufbruch nach den Konservativen. Und im Gegensatz zu Olaf Scholz und Arnim Laschet durch und durch ehrbar. Guillaume war das Ende von Willy aber der Pragmatiker Helmut Schmidt war ein Mensch gebildet und und von hohem Ansehen. Laschet und Scholz sind dagegen Witzfiguren. Ja er war Raucher, aber das war dann auch schon sein grösstes Laster. Dann kam Kohl – ein biederlicher Typ – und die intelligente Thatcher  mochte ihn gar nicht. Aber Kohl war in sich geschlossen eine relativ ehrliche  Haut. Ich mag ihn nicht, aber er war besser als Strauß. Besser als Laschet oder Scholz war er bestimmt. Aber er hat zu lange regiert. Gerhard Schröder kam im Prinzip an die Macht, weil der Kohl sich wirklich  überlebt hatte. Der Dicke musste einfach weg. Nur hatte Schröder  sich auch zu dem Zeitpunkt nichts zu schulden kommen lassen und im  Gegensatz zu Laschet und Scholz war er blütenweiß. Danach sind wir bei der Ära Angela Merkel – die Aufräumerin der CDU CSU. Die Schäuble in die Schranken wies und  als Kohls Mädchen ihre Widersacher wie Kofferträger Wolfgang Schäuble oder Blackrockkasper Friedrich Merz wegräumte. Auch sie war im Verhältnis  zu Scholz und Laschet blütenrein. Das die beiten Trumpisten im Verhältnis überhaupt in Erwägung gezogen werden, verstehe ich nicht. Es sind beide Scholz und Laschet die schlechtesten Kanzlerkandidaten ever. Noch nie gab es von den Volksparteien schlechtere Kanzlerkandidaten.  Selbst Franz-Josef Strauss, der gegen Helmut Schmidt verlor, war besser  als Scholz und Laschet. Übrigens ich hasste Strauss und es wäre mir niemals eingefallen ihn zu wählen. Ach und wer sich jetzt hier wundert, dass ich nicht über Annalena Baerbock herziehe. Nun weil ich sie für eine gute Kanzlerin halte. Es gibt keinen Grund für mich über sie herzuziehen. Jetzt mal ehrlich, wer dieses bisher gelesen hat und nicht ganz  auf den Kopf gefallen ist, was an meiner Analyse ist falsch?Laschet und Scholz sind doch Idioten im Verhältnis zu dem was wir vorher als Kanzlerkandidaten hatten oder?

Das Geld – ein Rant über die Wirtschaft

Es ist schon faszinierend wie sehr das Geld die Welt regiert. Derweil hat Geld gar keine Realität. Es ist ein rein ausgedachtes Mittel des menschlichen Handelns. Jeder Baum wächst, ohne dass du ihn dafür bezahlst. Die Sonne scheint, ob es Geld gibt oder nicht.Ich sehe schon eines Tages den Milliardär auf seinem Milliardenvermögen in seinen Büchern hocken und er wundert sich, warum es keine Technik gibt, die seinen Eiweishaushalt am Leben erhält und er niemanden dafür bezahlen kann ihn am Leben zu erhalten.Ganau an dem Tag wird er feststellen, dass das Geld und Vermögen keine Realität hat und er gegen die Physik nicht anstinken kann – dass eine Körperinnentemperatur von 42 Grad auch sein Eiweis zerstört. Gnadenlos – da kennt die Natur kein Erbarmen.Ohne eine Bindung an echte Werte und echtes Wirtschaften hat Geld keinerlei Wert. Jeder Bilanzposten ist ohne Bewertung eine sinnlose Rechnerei. Der Klimaschaden ist vorne bis hinten nicht richtig bilanziert und die Gewinne der Wirtschaft sind im Grunde im Wirtschaften eigentlich Verluste.Gary S. Becker bekam für die Rational Choice Theory einen Wirtschaftsnobelpreis, doch war diese Theorie weder rational noch wirklich vernünftig. Dennoch prägte diese Ansicht Generationen der Wirtschaftswissenschaftler, die eine Nullzeit annahmen. Im tagtäglichen Handeln ist es nur so, dass ich dieser menschlichen Scheinrealität (ja wir alle leben mit dieser Ausrichtung auf Geld in einer Scheinrealität) nicht ausweichen kann. Jeder ist hier letztlich ein Gefangener und kann dieser menschlichen Scheinrealität nicht entfliehen.Das ist so umfassend und so durchdrungen in unserem täglichen Sein, dass ich Aldous Huxleys Schluss, dass sie dich töten würden, wenn du ihnen die Pillen nimmst nur zustimmen kann. Und ich habe noch nicht mal Intelligenz als Lösung ausmachen können.Selbst Leute mit einem IQ von 180 hängen in diesen Scheinwelten fest. Wir sind so sozialisiert und diese Sozialisierung zu überwinden gelingt auch den Intelligentesten nicht. Einem Außerirdischen muss es angesichts der heutigen Welt suspekt vorkommen, wenn zum Beispiel für die Energiewende alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, diese aber nicht umgesetzt werden, aufgrund erfundener Zahlen und Bewertungen, die mit der Physik nichts zu tun haben.Ich glaube auch nicht daran, dass die Menschheit überleben will. Sie will sich nur wohlfühlen und in ihren Überzeugungen nicht gestört werden. Nennt es Religion eigentlich beten wir Mammon an und wer uns das vorwirft, der ist ein Frevler.

Wir messen Reichtümer in Bilanzen und Zahlen in denen noch nicht einmal der Wert eines einzelnen menschlichen Lebens enthalten ist. Da werden einem Bild von Banksi Zahlen zugemessen und der Geldreichtum überbietet sich in einer Ärmlichkeit. Reich allerdings kann jeder in vielem sein. Reich an Wissen, reich an Erkenntnis, reich an Erfahrung, reich bezüglich der Liebe und manchmal habe ich Momente tiefster innerer Zufriedenheit, weil ich mit unschuldig fühle.

Klar zweifle ich an der Welt und bin manchmal aufgrund des Zustandes der Welt zutiefst unglücklich. Das war schon so, als ich Anfang der 1980er unbedingt nach Äthiopien wollte um den hungernden Kindern zu helfen und kläglich scheiterte.Aber dieses Scheitern hatte dann auch seinen Wert. Ich hätte die knallharte Sahara nicht kennengelernt, die eben kein Erbarmen kennt, sondern einfach blosse Natur. Der Mensch ist so klein und unwichtig. Der einzelne Mensch ist es sowieso.Ob ich nun auf dem Lehmboden einer marrokanischen Hütte schlief oder bettelnd in einer Fussgängerzone in Frankreich sass, der Sohn des Chefs war und mit dem Flugzeug die Druckunterlagen auf den letzten Drücker ablieferte, am Fliesband mit Ian über Ghost of Machines diskutierte und ob ich nun nachts um vier Brötchen auslieferte oder Walter Scheel Luxusschuhe verkaufte, ob ich nun als Versicherungsvertreter Versicherungen verkaufte, ob ich nun als IT-Supportler der Bankangestellten den Geldautomat erklärte, ob ich nun im Rollout DHCP-Server konfigurierte oder ob ich 160 Stunden lang vom Fliessband, in den Lastwagen, zum Containerbeladen nach einer Woche am Stück müde ins Bett viel damit der reiche Scheich rechtzeitig seine polierten Fenster bekommt, es ist egal ich glaube ich habe mit meine 56 Jahren 50 Leben gelebt. Ich fühle mich reich an Erfahrung.

Und keine Angst, ich kenne noch viel mehr Lebenswelten, ich habe im Schreibdienst einer Berufsgenossenschaften reihenweise die Akten der Sachbearbeiter gelesen und die Briefe geschrieben, die man von Behörden so erhält. Mein Hirn hat es einfach nicht gescchafft, die Inhalte auszublenden, wie die Kollegin im Schreibdienst gegenüber einfach stumpf abtippte und sich keine Gedanken machte. Deswegen gab ich auch 9 Monate später auf. Das Leid und der Unsinn war für mich zuviel.

Ein Fall der mir besonders im Gedächtnis blieb war jener Sachbearbeiter, der einen Fusskranken für orthopädische Schuhe im Streit mit dem Sachbearbeiter der Krankenkasse zum fünften Mal zum Gutachter bestellte über 40 km jeweils. Die Gutachterkosten beliefen sich zu dem Zeitpunkt auf über 5000 DM und es ging um orthopädische Schuhe im Wert von 120 DM. Für das Geld hätte man den armen Menschen 40 Jahre lang mit orthopädischen Schuhen versorgen können, egal ob er sie nun gebraucht hätte oder nicht.

Aber der Punkt ist ja, das er sie gebraucht hätte, war eigentlich unstrittig, es ging eigentlich nur darum, ob das ein Fall für die Berufsgenossenschaft oder die Krankenkasse ist, dafür haben die den armen Mann jeweils 40 Kilometer durch die Gegend geschickt.Und dieses System der Sachbearbeiterselbstbeschäftigung ist heutzutage noch viel viel schlimmer geworden. Mit dem Jobcenter bei HartzIV werden Kosten verursacht, die stehen in keinem Verhältnis mehr zur ausgezahlten Leistung.Und eines ist ganz ganz gewiss. Ein Sachbearbeiter ist der festen Überzeugung er ist im Recht und hat keinerlei Blick mehr dafür, was er da gerade tut. Er hält seine Arbeit für wichtig und wertvoll. Das er jeden Blick für die Sache verloren hat, weiss er nicht.

Es ist schon faszinierend wie sehr das Geld die Welt regiert ohne Sinn und Verstand. Es ist schon faszinierend wie sehr das Geld die Welt regiert keinen Blick mehr für Werte und das was wirklich zählt.Es geht nicht darum was sinnvoll oder wertvoll wäre, sondern nur noch um Beschäftigung. Jeder von uns ist beschäftigt, aber eigentlich wird da nichts mehr geleistet, wir werden nur bezahlt für den Unsinn, den wir tagtäglich anstellen.Dafür fährt der Sachbearbeiter dann mit seinem mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeug in das Büro und erwärmt die Erdatmosphäre und bezeichnet, das was er da tut als Arbeit.Und wehe du sagst ihm, dass das was er da tut sinnlos ist, dann bist du der Asoziale. Seine Wut wird grenzenlos sein und er wird sein Tun und Handeln verteidigen bis auf das Blut. Im Zweifel wählt er dann die AfD, denn den Klimawandel kennt er auch nicht.Kann ich daran was ändern? Ich komme zu der Überzeugung – ich kann nichts ändern. Denn ich bin mir sicher, das interessiert nicht und ihr haltet mich für verrückt. Das bin ich dann auch, ich bin verrückt, weil ich mir eine Welt auch ohne Geld vorstellen könnte, die wirtschaftet. Eine Wirtschaft im besten Sinne ist eine Wirtschaft, die ihren Fokus auf die wertvollen Dinge legt und mit den Resourcen nach Wichtigkeit umgeht. Da ist zunächst das menschliche Leben, das Leben jedes einzelnen Menschen, welches unendlich wertvoll ist. Danach ist für uns unsere Umgebung und jedes Leben, das uns das Leben erhält ein unfassbar wertvolles Gut. Wir haben dafür keine Zahlen, aber im Grunde ist es wirtschaftlich, diese Güter und Werte zu erhalten. So wirtschaften wir aber nicht. Die Rubrik Wirtschaft hier auf publikum.net zeigt ja die Wirtschaftsnachrichten und zeigt uns tagtäglich, dass wir so nicht wirtschaften. Also schliesse ich mit den Worten von Trappatoni:“Ich habe fertig“

Bemerkung zu den IPCC Leaks

Ok der IPCC Report soll zwar erst nächstes Jahr rauskommen. Die  Politiker wollen den wohl noch entschärfen. Aber der Current Pathway  liegt wohl bei einer Erderwärmung von 3,5 bis 4 Grad Celsius. Die 1,5°C  können wir wohl knicken. Stand 2018 aus wissenschaftlicher Sicht.

Deutschland kommt explizit vor als Beispiel für einen carbon lock-in „Kein Zufall, sondern bewusste Entscheidung“

Wenn es heisst, Deutschland macht doch nur „2 Prozent “ aus – das ist  immerhin der gesamte Flugverkehr und Schiffsverkehr der Welt.

Was wir tun und was wir tun müssten – die Klimaschadenspolitik schreitet voran – sie mögen Euch im Wahlkampf was von 1,5°C-Ziel erzählen, aber wir  sind meilenweit davon entfernt – wir steuern gerade auf 3,5 bis 4 Grad Celsius Erderwärmung zu.

Schaut Euch die Grafik ruhig in Ruhe nochmal an. Der wissenschaftliche Teil wird zwar noch redigiert erst nächstes  Jahr im März 2022 politisch veröffentlicht, aber wissenschaftlich ist es schon  veraltet.  CDU und SPD sind dann auf dem Stand von 2018 – da ist 2019, 2020, 2021 noch gar nicht dabei. Das Zukunftsszenario 2020-2040 ist dann bereits 2 Jahre in der Vergangenheit.

Jetzt ist das erste  Jahr schon gleich um, wenn die Bundestagswahl 2021 gelaufen ist. Wir haben wieder nichts getan im Gegenteil mit Datteln IV ein neues Kohlekraftwerk an das Netz angeschlossen. Die nächste Grafik zeigt unser CO2-Budget 2018, wie wir es weltweit weltweit nach Zweigen verbraucht haben.  Gebäude sind da 16,9% bei Direkt+Indirekt – das schlägt noch mehr zu  Buche als der Verkehr. Industrie mit 33 Prozent ist auch höher. Das ist fortgesetzte Klimaschadenspolitik, denn als Klimaschutz kann das nicht bezeichnet werden.

Den Leak findet Ihr unter https://scientistrebellion.com/

Der Liberalismus oder alles nur geklaut

Der Liberalismus war und ist Träger und Erbe der demokrati­schen Revolutionen, die zu Ende des 18. Jahrhunderts in Ameri­ka und Frankreich vom Gedanken der Freiheit und Würde des Menschen ausgehen. Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Die aus diesen bürgerlichen Revolutionen, die aus der bürgerlichen Aufklärung als geistige Gegenbewegung gegen den Absolutismus und Merkantilismus des monarchi­schen Staates und der feudalen Gesellschaft entstanden ist, hat von Anfang eine doppelte Zielrichtung. Sie geht auf eine Demokratisierung des Staates,die allen Staatsbürgern das aktive und passive Wahlrecht und damit das Recht auf größtmögliche und gleichberechtigte Teilhabe und Mitbestimmung an der Organisation und Aktivität des Staates verschafft.
Die Gefährdung der Freiheit und Würde des Menschen in heutiger Zeit geschieht in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten dahin, diesen Prozess auf der Ebene eines einzelnen Staates mit demokratisch gewonnenen Regeln zu gestalten. Die Zielrichtung geht in beiden bürgerlichen Revolutionen zugleich auf eine Liberalisierung, durch verfassungsmäßige Verbürgung unantast­barer Freiheitsrechte und Menschenrechte des Bürgers gegen­über dem Staat.
Freie Entfaltung der Persönlichkeit, gleiche Stei­lung des Bürgers vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit und Presse­freiheit, Religionsfreiheit und Koalitionsfreiheit, aber auch Rech­te auf Leben und Gesundheit usw. sind die großen demokrati­schen Errungenschaften. Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedigungen ausnahmslos auf den Prüfstand. Errungenschaften der Entwicklung der westlichen Demokratien geht dar­über hinaus auf eine „Bestimmung der Grenzen der Wirksam­keit des Staates“ (Wilhelm von Humboldt) durch verfassungs­mäßige Aufteilung der verschiedenen staatlichen Funktionen der Legislative, wobei nicht zuletzt die falschen Antworten auf die Herausforderung der Globalisierung einer entstehenden totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub leisten, Exekutive und Judikative, auf voneinander relativ unabhängige und einander kontrollierende staatliche Gewalten und durch verfassungsmäßige Bindung an das in den Freiheitsrechten und Menschenrechten dem Staat vorgegebene und das vom Staat gesetzte Recht. Die Angst vor internationalem Terrorismus lässt vermeintliche Sicherheit vor Freiheit als wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der Freiheit fälschlicherweise verstummen.
Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Die Demokratisierung und zugleich Liberalisierung des Staa­tes aus dem Gedanken der Menschenwürde und Selbstbestim­mung, führt nach vielen vergeb!ichen Anläufen und verhängnis­vollen Rückschlägen am Ende zu dem als konstitutionelle Demo­kratie verfaßten freiheitlichen Rechtsstaat unseres Grundgeset­zes,mit Grundrechtsverbürgungen, Minderheitenschutz, Gewal­tenteilung und Rechtsbindung aller Staatsgewalt. Nur auf dieser Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen. Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.Wer nun bisher diesen Text gelesen hat und manches davon bekannt vorkommt, so komme ich zur Schlussbemerkung, dass diese Sätze oben eine Textkollage aus den Freiburger Thesen und dem Programm der Piratenpartei ist. Es fügt sich hier für mich zusammen, dass alte Ideen von 1971 durchaus auch heute noch in die Zeit passen und sich mit den Ideen von 2006 vereinen lassen.

Der wahre Lebenslauf von Anna Baerbock

Den findet hier nicht. Tatsächlich entsteht der Artikel  dreckig schnell aufgrund von https://twitter.com/ArnoldSchiller/status/1402415820538527748

Der Gedanke war darzustellen warum der Lebenslauf von Annalena Baerbock total irrelevant ist in der Genauigkeit. Ich kann einen ehrlichen Lebenslauf nur in der Form schreiben:

Kindergartenabschluss keiner
Grundschule besucht
Schulabschluss keiner
Bis zum dreissigsten Lebensjahr 28 verschiedene Jobs – fragt nicht genau, ich weiss es selbst nicht mehr.

Es ist doch lächerlich an Annalena Baerbocks Lebenslauf Rosinen zu picken. Der Lebenslauf ist vollständig genug um sich ein Bild von ihr zu machen. Und das ist der Punkt wir wollen doch wissen wer das ist. Mein Lebenslauf ist unterschiedlich und zwar je nach dem was interessiert den und was will der wissen. Aber ehrlich ich habe keinen Lebenslauf, ich habe gelebt.

Ob ich jetzt Demos für 40.000 Leute organisiert habe ist für einen Systemadminstratorenjob absolut irrelevant.  Da würde wohl eher interessieren, dass ich das grösste damals bestehene WindowsNT-Netzwerk mitadministriert habe.

Ich bin einer der Typen, der sprengt Euer konservatives Lebenslaufdenken total. Ich schreibe den Lebenslauf nach Sachlage und zwar auch weil ein Arbeitsamtsbeamter mir das schon vor 20 Jahren riet. Ihr seid so erzogen, also passt man den Lebenslauf entsprechend an.  Übrigens meinte der Beamte vor 30 Jahren ursprünglich, schreiben sie ehrlich auf, was sie gemacht haben, den gab ich ihm. Dann meinte er – „Uh, das geht nicht“

Ich habe kein Problem mit einer ehrlichen Aussagen sondern ihr. Und das imho auch beim Lebenslauf von Annalena Baerbock.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Getretenen – Seite 3

Es ist hier weit und breit kein Polizist oder Ermittler. Es gibt hier nur die alarmierten Jugendlichen, die ihn auch gefunden haben und der Lehrer, der hinzugerufen wurde. Selbst der Rettungsdienst ist mit Internatskräften besetzt. Der Skandal des Selbstmordes wird so intern geregelt. Es ist eine Katastrophe.



Ich hatte früher selbst in dem Haus gelebt aus dem der Vierzehnjährige die Flucht in den Selbstmord angetreten hatte. Es gab in dem Haus einen schwulen Mitbewohner, der es verstand andere Altersgenossen dazu zu bewegen ihm erigierte Penise zu zeigen. Auch ich war eines seiner Opfer. Die Hauseltern wussten wohl nichts von dem Geschehen. Ich vermute fast, der Vierzehnjährige ist auch eines seiner Opfer geworden. Aber er hat uns nichts davon erzählt als er ein paar Wochen vor dem Selbstmord zu uns flüchtete. Wir selbst also ich und meine Zimmergenossen waren ja nicht viel älter und was verstehen schon Sechszehn- bis Siebzehnjährige von Krisenintervention. Nach seinem Tod diskutierten wir noch stundenlang am selben Abend darüber, was wir hätten anders machen müssen. Wir hatten es nicht kommen sehen und machten uns Vorwürfe.



Als ich sieben Jahre alt war, bekam ich keine Luft mehr. Ein Dorfjunge hatte dem Ketzer wie mir den Schal zugezogen und ich bekam ihn nicht mehr auf. Ich war auf dem Nachhauseweg von der Grundschule. Der Täter war älter als ich und stärker. Er hatte wohl seinen Spaß daran die Protestanten zu quälen. Am Sonntag würde er dann zu seinem katholischen Priester gehen und beichten. Der erteilt im dann die Absolution und es ist wieder alles gut in dem bayerischen Dorf. Ich bekam wirklich keine Luft mehr und hatte Todesangst. Der dämliche Schal ging nicht mehr auf. Meine Rettung war eine Klassenkameradin, die des Weges kam und mein angelaufenes Gesicht sah und mir half. Sie war meine Retterin.



Ich muss fünfzig Jahre alt gewesen sein, als ich mit ihr diskutierte. Von den Geschlechtsmerkmalen war sie ein junger Mann. Jung und begeistert wollte sie sich engagieren. Letztlich verstand ich von ihren Problemen nichts. Es ist nicht meine Welt. Ich bin bei allem, was ich auch immer kennenlernte ein heterosexueller Mann. Zwar hatte mich der Schwule im Internat heftig verwirrt, aber nach der Pubertät war meine sexuelle Orientierung vollkommen klar und auch meine Identität machte mir hierzu keinerlei Probleme. Aber selbst wenn ich ihre Probleme nicht vollkommen verstehen konnte, sah ich die Getretene. Mir sind wohl schon zu viele Getretene begegnet. Eines ist eigentlich allen gemeinsam, sie sind nicht so, wie die Tretenden sie haben wollen. Wie der katholische Dorfjunge eben in dem mehrheitlich katholischen Dorf Protestanten jagt.



Der Obdachlose redete mit mir jetzt schon über zwei Stunden. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr, was er mir alles erzählte. Die Geschichte trug sich zu als es bereits Mobiltelefone gab. In meiner Verzweiflung aus dem Gespräch nicht mehr rauszukommen, rief ich meine Frau zu Hilfe und lies mich von ihr befreien. Ich war ein Feigling. Ich hatte keine Kraft und keinen eigenen Mut mich aus der Situation zu lösen. Ich lies mich abholen.

Der Vierzehnjährige lag auf dem Boden neben dem Baum. Die Kollegen legten in auf die Rettungstrage und schoben ihn in den Krankenwagen. Es waren wesentlich mehr Jugendliche in der Zwischenzeit da.

 

Die Getretenen – Seite 2

Wir hatten ihn gefunden. Es war zu spät, er hatte seine Drohung wahr gemacht. Ein paar Wochen vorher noch, war dieser vierzehnjährige Wuschelkopf zu unserem Haus der Älteren gekommen und hatte sein Leid geklagt. Letztlich blieb er in dem Konflikt mit den Hauseltern und den Mitbewohnern alleine. Er hatte wohl keinen Ausweg mehr gesehen und die letzte Konsequenz gezogen, die einem Menschen möglich ist.

Nicht jeder Getretene zieht diese Konsequenz. Der Nordrheinwestfale wurde kriminell. Ein anderer den ich kennenlernte, wollte mit Salzsäure einen Zigarettenautomaten aufknacken. Ist das jetzt vierzig Jahre her? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass der Versuch kläglich scheiterte. Der Automatenaufsteller wird über den Schaden, den er angerichtet hat, wahrscheinlich geflucht haben. Ein Verlustgeschäft für alle Teilnehmer. Der Vorsatz keine Namen zu verwenden und zu nennen führt nun zu alternativen Namen. Den Menschen, der den Zigarettenautomaten mit Salzsäure knacken wollte, werde ich Jahrmarktsjunge nennen. Im Gegensatz zum Nordrheinwestfalen war er eher klein und schmächtig. Ich kann mich nicht einmal erinnern, ob die beiden sich jemals kennengelernt hatten. Aber sie waren im ungefähren gleichen Zeitraum. Irgendwann nach dem Tod des Vierzehnjährigen. Das muss fünf Jahre danach gewesen sein.



Den Jahrmarktsjungen nenne ich so, weil er ein Kind von Schaustellern war. Er verschaffte mir mal einen Job beim Aufbau eines Karussells oder war es ein Autoscootergeschäft. Oder vielleicht war es auch beides. So genau weiss ich es nicht mehr. Lastwagen entladen und Teile schleppen. Wenn der Rummel dann vorbei ist und alle Leute nach Hause gegangen sind in den frühen Morgenstunden von Sonntag auf Montag die Lastwagen wieder mit den Teilen beladen. Spätestens Montagmittag finden die Bewohner des Kreisstädtchens einen leeren Platz vor, denn der nächste Rummel wartet schon. Ein harter Job ist das.

Die Landknechtstochter machte die Tür auf. Ihre Augen waren freudig erregt. „Ich habe keine Zeit!“ sagte sie durch die Türspalte und schickte mich weg. Es war jetzt klar. Sie hatte sich für den Bauernburschen entschieden. Sie würde jetzt Sex haben. Die Perle, die ihr geschenkt wurde, war eine verschwendete Ausgabe. Dann eben mit dem Nordrheinwestfallen Pfandflaschen klauen und am nächsten Tag einlösen.

Ich stand an der Kreisstraße und wartete. Der KTW näherte sich und ich sprang auf die Straße. Hier war die Einfahrt in den Wald, wo sich ein paar hundert Meter weiter der Vierzehnjährige erhängt hatte. Sie hielten an und ich setzte mich auf den Beifahrersitz. „Er ist tot.“ sagte ich. Selbstverständlich wusste ich, dass er offiziell noch nicht tot war. Das würde später ein Arzt feststellen. Es gab mal einen erfahrenen Notarzt, der hat uns intubieren üben lassen. Wir konnten nichts mehr falsch machen, denn das Unfallopfer war leider nicht mehr zu retten. Wir hatten uns auf der Fahrt in das Krankenhaus bemüht. Aber manchmal ist jede Mühe vergebens. Ich weiß nicht einmal, ob das legal ist, das der Arzt nach der Feststellung des Todes uns das intubieren zeigte und üben lies. Doch offiziell gab es zu dem Zeitpunkt noch keinen Totenschein. Die Fahrt in das Kreiskrankenhaus dauerte mindestens noch dreissig Minuten. Vielleicht erscheint das jemanden als kalt. Doch ich hatte auch Verständnis für diesen Arzt. Wir rückten von der Wache als Krankentransportwagen nämlich immer ohne Arzt aus. Ein Arzt kam nicht immer rechtzeitig dazu. Vielleicht rettet ja diese Übung eines Tages jemandem das Leben. Auch diesmal war kein Arzt an Bord als wir den Vierzehnjährigen abholten. Die Praxis sieht so ganz anders aus, als in den ganzen Krimis. Selbst wenn es Mord gewesen sein sollte, hat schon der Lehrer mit der Aktion „Holt ihn da runter!“ alles verändert.

Die Getretenen – Seite 3