Der Frieden

Das Wort Frieden sollte es eigentlich gar nicht geben, so wie es den Gegenteil von Durst  nicht gibt. Es sollte einfach so normal sein, genügend zu Trinken zu haben, dass nur die Abwesenheit den Mangel feststellt und es dafür ein Wort gibt und der Frieden so selbstverständlich ist, wie keinen Durst zu haben und nicht zu verdursten. Leider ist es genau andersherum, die latenten Kriegszustände sind eher normal als die friedlichen Zustände. Eine Gesellschaft ist selbst dann noch nicht friedlich, wenn kein Krieg ausbricht. Gegenpositionen ohne die Macht zu missbrauchen friedlich auszutauschen und allen gemeinsam das gleiche Recht zuzugestehen, sich an der gemeinsamen Sache zu beteiligen, ist eher selten. Um überhaupt friedlich miteinander leben zu können, müsste die Würde des Menschen jeweils immer beachtet werden. Doch das gelingt schon nicht mehr, sobald es der Andere ist, das Gegenüber, dass nicht ist wie wir. Ursula von der Leyen betrachtet ihre Soldaten als schützenswert und die Gegner ihrer Soldaten sind dann die Menschen, die es ihrer Ansicht nach wohl nicht verdient haben, genauso geschützt zu werden. Ein Wir der gesamten Menschheit gäbe es wohl nur dann, wenn es eine Bedrohung außerhalb der Menschheit gäbe. Aber selbst wenn es diese gibt, befürchte ich, dass wir sie gar nicht erkennen würde. Es ist leichter das Trennende zu erkennen als das Gemeinsame. Die Gemeinsamkeiten von Russland und der Ukraine in der Unfähigkeit die tatsächlich vorhandenen innenpolitischen Probleme zu lösen, werden nicht betont. Stattdessen wird die jeweilige Bevölkerung in einen Nationalismus gehetzt und selbstverständlich sind die anderen die Bösen. Wenn Putin so weiter macht, dann wird es mit einer friedlichen Lösung nichts. Leider ist die Ursache eigentlich viel komplexer, aber da die USA mit ihren Konzernen, der russischen Bevölkerung keine Zeit gelassen haben sich zu entwickeln, scheinen friedliche Lösungen nahezu ausgeschlossen. Der Überlegene stellt sich dar als ob er Recht wäre und vertuscht seine Schuld geschickt. Es nützt nichts seinen Friedenswillen zu betonen und den anderen nicht zu respektieren. Fehlt der notwendige Respekt gegen jeden Einzelnen und sollte er noch so Unrecht haben, wird es keinen Frieden geben. Niemand auf dieser Welt hat genügend Bildung um alles in allen Aspekten genau zu wissen, also kann jedem Standpunkt zugehört werden und versucht werden sich damit auseinanderzusetzen. Frieden verlangt Kommunikation, Kommunikation und nochmal Kommunikation.

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