Das Netz und seine Feinde

Es ist schon über ein Jahr her, das es begann http://validom.net/blog/2014/03/17/piraten-es-war-schoen-meine-bilanz/ Es ist der Zerfall einer Bewegung, die vielleicht nie eine gewesen ist, denn man müsste die Bretter schon bohren und darf sich nicht einbilden, das ein „Hopla hier komm ich“ genügt.

Vali schreibt:

<Zitat>

„Inkompetenz“ ist so ein böses Wort – aber ich beziehe es auf das gesamte Piraten-Ökosystem und nicht auf einzelne Personen. Ich selbst gebe ein gutes Beispiel: kaum Anfang 2009 eingetreten, war ich Mitte 2009 schon stv. Landesvorsitzender Bayern. Hatte ich wirklich Ahnung davon, was ich tat? Nun, ich habe sicherlich nach bestem (damaligen) Wissen und Gewissen gehandelt. Aber „Ahnung“ nach heutigen Maßstäben hatte ich nicht. Für 2009 war das ja noch in Ordnung – später wurde das Phänomen, ständig Frischlinge in Vorstände zu setzen oder auch für Wahlen aufzustellen aber zum Problem. Die teils harten Lernkurven vieler Piraten endeten aus verschiedensten Gründen, in dem sie sich zurück zogen. Neue Leute konnten damit alte Fehler neu begehen.

Gespeist wurde das System durch ein fast durchgängiges Verhältnis von Eintritten vs. der Zahl derer, die sich zurückzogen. Grob gesagt hat sich so nie eine stabile, erfahrene Mannschaft etablieren können. Sicherlich gab es die auch, jedoch stand dieser erfahrenen Truppe dann immer gleichzeitig eine große, laute, von anfangs-Enthusiasmus betrunkene Neupiraten-Truppe gegenüber. Selbstverständlich hatten die auch ein Recht auf ihre eigenen Fehler, dadurch wurden aber dauerhafte und durchgreifende Veränderungen wirksam verhindert.

<Zitat Ende>

Und obwohl er die Wahrheit spricht, ist seine Konsequenz meines Erachtens falsch. Am 16.10.2015 hat der Bundestag die Vorratsdatenspeicherung beschlossen und egal was und wie die Piraten alles falsch machen, eines dürfte sicher sein:

EINEM SOLCHEN GESETZ HÄTTEN SIE NIEMALS ZUGESTIMMT.

Vali war einer derjenigen, die gerne Max Weber zitierten, den Satz mit den dicken Brettern  ihr wisst schon. Und es ist hier nicht ein Einzelner den ich meine. Es ist die Gesamtheit des Netzes, welches ich meine. Es ist symptomatisch, die ganze Schuld auf die Piraten zu schieben, aber es ist auch die Schuld derjenigen, die mit der ganzen Erfahrung gegangen sind. Sie kämpfen nämlich nicht mehr für die Sache.

Ich würde sagen die Spindoctors haben gewonnen je mehr Erfahrene sich zurückziehen und ihre Kämpfe wieder alleine fechten. Kattascha kämpft bei Campact und Leena bei Digitalcourage. Marina schreibt Bücher und diskutiert mit Precht. Prantl schreibt seine Kolumnen. Was wären das alles für tolle Leute, wenn sie um die gemeinsame Sache kämpfen würden. Schirrmacher ist tot und kann nicht mehr kämpfen.

Was nun passiert stattdessen? Obiges Namedropping schadet der Sache wenigstens nicht, insofern will ich diese für Ihr Sache wenigstens loben. Es gibt aber andere, die dem noch eines drauflegen. Sie prügeln die Piraten und sagen die Piraten hätten es verdient bei einem Prozent zu sein. Was sie damit auch sagen, dass die Sache es verdient hätte zu scheitern.

Also haben wir die Diktatur verdient – Es sei denn wir fangen endlich an für die Freiheit gemeinsam zu kämpfen.

 

 

 

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